Aktuell


Beitrag der brieftauben-historiker zur Ausstellung "Boten, Helfer und Gefährten" in Bochum


Das LWL-Industriemuseum "Zeche Hannover" in Bochum zeigt im Rahmen der Ausstellungsreihe "Mensch und Tier im Revier - Beziehungen von Menschen und Tieren im Wandel" eine Sonderausstellung mit dem Titel "Boten, Helfer und Gefährten". Die Ausstellung hat am 26.6. ihre Pforten geöffnet und läuft bis 25.10.2020.

 

Sehr wahrscheinlich kommt sie dann im nächsten Jahr noch einmal zurück, da aufgrund der COVID19-Beschränkungen viele der geplanten Veranstaltungen im Rahmenprogramm der Ausstellung aktuell nicht durchgeführt werden können. 

 

Die Ausstellung widmet sich dem Wandel des Verhältnisses von Menschen und Tieren seit der Industrialisierung.

 

Die Beziehungen zwischen Menschen und Tieren waren gerade im Ruhrgebiet in den Zechen und angrenzenden Siedlungen vielfältig: Grubenpferde verrichteten Seite an Seite mit den Bergleuten ihre Arbeit, Kanarienvögel waren mit den Bergleuten unter Tage und ein Indikator für das Vorhandensein von giftigen Gasen und Nutztiere wie Hühner, Schweine oder Tauben wurden in den Ställen der Bergarbeiterhäuser zur Versorgung mit Nahrung gehalten.

 

Bis in die 1960er Jahren hinein haben Menschen und Tiere nebeneinander Arbeit verrichtet, obwohl die Technisierung weit fortgeschritten war.

 

Die Ausstellung zeigt am Beispiel von vier Tierarten auf wie sich das Verhältnis und die Einstellung der Menschen zu Tieren verändert hat. Auf der Fährte von Schweinen, Pferden, Bienen und eben Brieftauben finden sich Spuren, wie die "Boten, Helfer und Gefährten" das Leben der Menschen des Ruhrgebiets in den letzten gut 100 Jahren begleitet und auch geprägt haben.

 

Einige der dort ausgestellten Exponate zum Thema Brieftauben stammen aus dem Bestand der Brieftauben-Historiker, aber auch der Museumsverbund der LWL-Museen hat über die letzten Jahrzehnte einen beachtlichen Bestand an Dokumenten, Fotos und auch Exponaten zusammen getragen. 

 

In der Ausstellung ist sicherlich als ein Highlight ein Fallschirm für Brieftauben zu sehen.

 

"Die können doch selbst fliegen", fragen Sie sich?


Blick in die Ausstellung Zeche Hannover, LWL Museum, Bochum, Verband Dt. Brieftaubenzüchter, Fallschirm für Brieftauben, Brieftauben historisch
Blick auf den Fallschirm für Brieftauben - vorne ist eine Korb-Rolle zu sehen, in der eine Brieftaube transportiert werden konnte

 

Ja, selbstverständlich - das ist aber erst der zweite Teil der Geschichte:

 

Der Fallschirm wurde von einem englischen Flieger über Belgien abgeworfen. An diesem Fallschirm befestigt ein Korb mit 2 englischen Brieftauben und der Aufforderung an den Finder die Tauben mit nach Hause zu nehmen, ein paar Tage zu versorgen. Um dann aufzuschreiben, was über die Belagerungssituation durch das deutsche Militär wichtig zu berichten sei, die Nachricht in einer Hülse an der Brieftaube zu befestigen und sie starten zu lassen. 

 

Die Tauben sollten also nach England zurück fliegen, was allerdings nur etwa 10 % der über Feindesland abgeworfenen Brieftauben tatsächlich gelang. Sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass die häufig nachts abgeworfenen Fallschirme und Tauben überhaupt erst einmal gefunden werden mussten. Diese (aus heutiger Sicht fragwürdig erscheinende) Mission der Engländer des Zweiten Weltkrieges nannte sich "Operation Columba".

 

Daneben werden neben Urkunden und Medaille aus der Zeit des Militär-Brieftaubenwesens des Ersten Weltkrieges auch viele Alltagsgegenstände gezeigt, die sichtbar machen wie weit sich das Thema Brieftaube in den Alltag der Menschen erstreckte.

 

Die gesellige Komponenten des Brieftaubenwesens bei Treffen von Brieftaubenzüchtern zum Fachsimpeln, bei gemeinsamen Ausstellungen oder nach einem Wettflug wird ebenso sichtbar wie der Einsatz für unsere Mitmenschen durch die langjährige Verbindung zur Aktion Mensch, früher Aktion Sorgenkind. 

 

Den Kuratoren der Ausstellung ist ein vielfältiger Einblick in das Thema "Brieftauben" gelungen.

Nebenbei bemerkt geht es nicht nur um Brieftauben, sondern um Tauben generell.

 

Auch die Stadttauben-Thematik mit ihren unterschiedlichen Facetten findet Raum. Ebenso sind die christliche Symbolik der Taube, das Symbol der Friedenstaube und die Taubenschutz-Kampagne #respekttaube des Dt. Tierschutzbundes flankierende Themen.

 

Ein Hinweis: wir hatten im letzten Jahr auf die Ausstellung "Mensch und Tier im Revier" im Ruhr Museum auf Zollverein in Essen hingewiesen. Beiden Ausstellungen gehören zu einem Projekt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Mensch und Tier im Ruhrgebiet und wurden vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen begleitet.

 

Die Ausstellung auf Zollverein wurde verlängert und ist noch bis zum 16.08.2020 zu sehen.

Beide Ausstellungsorte sind etwa 30 Auto-Minuten voneinander entfernt. 



100 Jahre PReisrichter - Geschichte(N) erzählen

Im Rahmen des Jahres der 100-jährigen Jubiläums der Preisrichtervereinigung werden seit Februar monatlich kurze Filme zu verschiedenen Facetten des Preisrichterwesens veröffentlicht.

 

Im bereits fünften Teil der Serie berichtet Brieftauben-Historiker Michael Mahr vom historischen Hintergrund, über die Anfänge des Preisrichterwesens, aber auch über Tierschutzaspekte und den gesellschaftlichen Stellenwert von Ausstellungen.


14.2.1920 - 14.2.2020 = 100 Jahre PReisrichter-Vereinigung

100 Jahre Preisrichter-Vereinigung des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter, Brieftaubenwesen, Brieftaube, Geschichte der Brieftaube
Blick in die Verbandsausstellung des Jahres 1952

Am 14. Februar 1920 gegründet feiert die Preisrichter-Vereinigung des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter e.V. am Valentinstag 2020 ihr 100jähriges Jubiläum.

 

Die Brieftauben-Historiker hatten dies auf der Deutschen Brieftaubenausstellung 2020 bereits als großes Thema der historischen Ausstellung aufgegriffen.

 

Für das Jahr 2020 sind einige Aktionen geplant, wie monatliche Kurzfilme auf dem youtube-Kanal des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter e.V. und Sonderveröffentlichungen und die Preisrichter feiern ihr Jubiläum natürlich auch groß im Oktober.

 

Teil eins der Serie "100 Jahre Preisrichter - Geschichte(n) erzählen" sehen Sie hier.

 

Für die Webseite der Brieftauben-Historiker ist ein Menüpunkt "Preisrichter & Ausstellungen" in Arbeit, der in den nächsten Monaten veröffentlicht werden wird.


die Deutsche Brieftauben-ausstellung 2020 in Dortmund mit den brieftauben-historikern

Am 04. und 05. Januar 2020 öffneten sich die Tore der Westfalenhallen in Dortmund für die Deutsche Brieftaubenausstellung (DBA). In den Hallen von Brieftauben-Ausstellung, Messe und Versteigerung hatten wie in den letzten 12 Jahren auch die Mitglieder des Arbeitskreises Historie wieder ein kleines Brieftauben-Museum aufgebaut. 

 

Leitthema war in diesem Jahr das 100jährige Jubiläum der Preisrichter-Vereinigung des deutschen Verbandes, ergänzt um die Brieftauben-Olympiaden als besondere Form der Brieftauben-Ausstellung. 

 

Es konnten viele Exponate gezeigt werden, die in dieser Form und vor allem in dieser Zusammenstellung noch nie zu sehen waren. So waren fast alle Brieftauben-Olympiaden seit Beginn 1949 mit Gegenständen vertreten. Auch Exponate vor Gründung des internationalen Verbandes durchgeführten Internationalen Brieftauben Ausstellungen (IBRA) in den Jahren 1938 und 1939, die heute als Vorläufer der Olympiaden gelten.

Daneben war das ältestes Dokument im deutschen Brieftaubenwesen zu sehen, ein Protokollbuch des Vereins L´Union Aachen aus dem Jahr 1847. Wahrscheinlich ist dies der älteste Verein Deutschlands, der sich gründete nach dem die Brieftauben-Liebhaberei aus dem 30 Kilometer entfernten Verviers/ Belgien in Aachen angekommen war. 

 

Gut besucht war der Historienclub an beiden Veranstaltungstagen, viele Besucher kommen zielgerichtet und jedes Jahr erneut. Das Interesse der Menschen an der Geschichte des eigenen Hobbys ist vielfach da! 

 

Wir müssen weiterhin Geschichten erzählen und Geschichte sichtbar machen, um das Wissen über die Vergangenheit in die Zukunft zu tragen.... 


Die Brieftauben-Historiker auf der DBA 2020

Besuchen Sie uns auf der Deutschen Brieftaubenausstellung vom 04. - 05.Januar 2020 in den Dortmunder Westfallenhallen in Halle 3, Stand 26.


Wir zeigen das älteste Dokument zum Brieftaubenwesen in Deutschland aus dem Jahre 1847 und eine der ältesten Konstatieruhren aus 1904 und setzen Schwerpunkte mit Ausstellungsstücken zum 100- jährigen Jubiläum der Preisrichtervereinigung des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter e.V. sowie den Brieftauben-Olympiaden von deren Beginn 1949 bis heute.

 

Treten Sie ein in unser kleines Museum auf Zeit ... Sie sind herzlich eingeladen!


Beitrag der brieftauben-historiker zur Ausstellung "MEnsch und Tier im Revier" des Ruhrmuseums Essen

Die aktuelle Sonderausstellung des Ruhrmuseums auf Zeche Zollverein in Essen trägt den Titel "Mensch und Tier im Revier" und zeigt die verschiedenen Aspekte des Mensch-Tier-Verhältnisses und dies sehr oft mit direktem Bezug zum historischen Ruhrgebiet.

 

Die Beziehung von Menschen und Tieren ist eine seit Jahrtausenden andauernde Machtgeschichte, die dem Tier eine dienende, passive Rolle zuschreibt.

 

Das Verhältnis von Menschen und Tieren hat sich in den zurückliegenden Jahrhunderten deutlich gewandelt, die Ausstellung thematisiert deshalb mit etwa 100 Exponaten sowie zahlreichen Foto- und Filmbeiträgen die verschiedenen Aspekte dieses Verhältnisses - und damit letztlich auch des Wandels.

 

Die Themenfelder "Tiere nutzen", "Tiere töten", "Tiere lieben", "Tiere ordnen" und "Tiere deuten" werden gezeigt und jeweils mit unterschiedlichsten Exponaten und Fotos untermalt und erklärt. Im Rahmen des Aspektes "Tiere nutzen" werden auch Brieftauben vorgestellt, die im Ersten Weltkrieg erfolgreich als Überbringer von Nachrichten genutzt wurden.

 

Aus dem Bestand der Mitglieder der Brieftauben-Historiker wurden deshalb eine Urkunde des Kaisers Wilhelm II. sowie die dazugehörende "eiserne Medaille für Verdienste um das Brieftaubenwesen" als Leihgabe für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

 

Der die Ausstellung begleitende Katalog enthält darüber hinaus großformatige Aufnahmen der beiden Exponate und eine sehr ausführliche Erklärung des Brieftaubenwesens in Bezug auf das Themenfeld "Tiere nutzen" und den Einsatz von Brieftauben insbesondere im 1. Weltkrieg.

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 25.02.2020 geöffnet und wird durch verschiedene Vorträge flankiert. Sie ist kleiner angelegt, versteht es aber trotzdem die unterschiedlichsten Aspekte zu betrachten und die Besuchenden mitzunehmen.

 

Ein Besuch im Ruhrmuseum lohnt sich, besonders auch für eine kürzere Verweildauer oder einen Zwischenstop. Mit etwas mehr Zeit kann man sich noch die Dauerausstellung des Hauses anschauen. Es werden auch Führungen angeboten.

 

Den Flyer des Ruhrmuseums zur Ausstellung "Mensch und Tier im Revier" finden Sie hier.

 



Unsere Webseite im neuen Gewand

Seit Mitte September 2019 präsentiert sich die Webseite der Brieftauben-Historiker im neuen Gewand. Das Design ist nun etwas frischer und besser lesbar.

 

An den Inhalten arbeiten wir fortlaufend, teilweise im Hintergrund und immer wieder auch direkt sichtbar - wie auch hier unter dem Menüpunkt "Aktuell".

 

So soll hoffentlich bis Ende 2019 zum Beispiel der Unterpunkt "Der Einsatz von Brieftauben im Zweiten Weltkrieg" veröffentlich werden. Hier sind allerdings vorher noch Recherchearbeiten notwendig.

 

Haben Sie Ideen für historisch interessante Themen, die wir aufgreifen könnten?

Dann melden Sie sich doch bitte bei uns.


Projekttag "Tiere im Krieg" am Gymnasium Haren

Das Gymnasium Haren veranstaltete am 24.06.2019 einen Projekttag für Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 - 10. Das Thema war "Tiere im Krieg", zu dem sich Gruppen in Workshops mit dem Einsatz verschiedener Tierarten im Kriegseinsatz beschäftigten. Vertreten waren Elefanten, Pferde, Hunde, Ratten, Tieren im Weltall und eben auch Brieftauben.

 

Vor Beginn der Gruppenarbeit stellte Cornelia Appuhn vom Arbeitskreis Historie allen Teilnehmern das Militär - Brieftaubenwesen in Deutschland und damit die gefiederten Boten des Nachrichtendienstes im 1. Weltkrieg vor.

 

Der Vorsitzende der RV Lingen Ems e.V., Hermann Poggemann, hatte Brieftauben von 3 Züchtern seiner Reisevereinigung mitgebracht, die mit Nachrichten der Schülerinnen und Schüler am Bein auf den Heimflug geschickt wurden.

 

Die Teilnehmenden am Projekttag versammelten sich zum Start der "gefiederten Boten" auf dem Schulhof.

 

Nach Ankunft der Brieftauben in der Heimat wurden die Nachrichten fotografiert, die Fotos per Messenger verschickt und an der digitalen Tafel im Klassenzimmer gezeigt.

 

So konnte die Bandbreite von Kommunikation der letzten 100 Jahre in wenigen Schritten nachgezeichnet werden....

Der Workshop "Brieftauben" beschäftigte sich mit dem Thema "Als die Tauben twitterten: Kommunikation auf den Schlachtfeldern". Die Teilnehmenden hatten als Aufgabe vorgefertigte Tauben aus Holz zu gestalten. Darüber hinaus sollte eine Nachricht aus Sicht einer Brieftaube verfasst werden, die im Kriegsgeschehen unterwegs ist.

 

Der Projekttag hat allen Beteiligten viel Freude bereitet. Danke dafür.

 

Hier lesen Sie auch einen Bericht der örtlichen Presse über den Projekttag:

https://www.noz.de/lokales/haren/artikel/1791875/harener-gymnasiasten-beleuchten-die-rolle-von-tieren-im-krieg


Neu im Menü > Brieftaubenwesen > Brieftauben-Ringe

Unter dem Menüpunkt "Brieftaubenwesen" finden Sie seit Mitte Mai die Rubrik "Brieftauben-Ringe" mit vielen wertvollen Informationen rund um die Geschichte der Fußringe der Brieftauben in Deutschland.

Die Recherche nach Informationen zu Brieftauben-Ringen gestaltet sich relativ aufwendig: in vorhandener Literatur oder auch dem Internet als Quelle vieler interessanter Veröffentlichungen finden sich wenige Hinweise zu Fußringen, so dass nur der Griff zu uralten Ausgaben der "Zeitschrift für Brieftaubenkunde" bleibt.


DBA 2019 - Deutsche Brieftaubenausstellung in Dortmund vom 05. - 06.01.2019

Nun ist die Deutsche Brieftaubenausstellung 2019 also auch schon wieder Historie …. zwei Tage rund um das Brieftaubenwesen in Deutschland, zwei Ausstellungstage, die unglaublich schnell vergangen sind.

 

Viel Vorbereitung war sicher notwendig für Ausstellung, Siegerehrung, Festabend, den Verbandsjugendtag, Messestände, die Versteigerung und ja - auch für den Historienstand.

 

Dies nun bereits zum 10. Mal nach der Premiere anlässlich der Brieftauben-Olympiade 2009 in Dortmund.

 

Das Team des Historienclubs versucht jährlich neue Highlights zu setzen und das Augenmerk auf Bereiche zu lenken, die bisher noch nicht im Fokus gestanden haben. Dies wird schwieriger, so viel sei verraten – schwieriger immer wieder neue Themen aufzugreifen und den Besuchern dazu passende Exponate zu zeigen.

 

In 2019 sollte sich vieles um Stiche aus der Zeit bis 1920 drehen, was eine Veränderung der Ausstellungsfläche erforderte. Um 40 Bilder ansprechend in Szene zu setzen sind einige Meter Ausstellungsfläche nötig.

 

Seit 2009 waren nicht mehr so viele Bilder am Historienstand zu sehen.

 

Abgebildet verschiedenste Motive von unterschiedlichsten Brieftauben-Typen über Taubenauflässen zu Land und zu Wasser bis hin zum Schlagen einer Brieftaube durch einen Greifvogel. Vieles hat sich verändert, aber die Probleme der Brieftaubenzüchter scheinen seit 150 Jahren ähnlich gelagert zu sein.

 

Erstmalig Thema war die Brieftaubenfotografie des Dr. Julius Neubronner, der bereits weit vor dem 1. Weltkrieg auf die Idee gekommen war, die Welt aus der Vogelperspektive sehen und fotografieren zu wollen.

 

Er baute Kameras mit einem Selbstauslösemechanismus, die bis zu 45 g schwer von den eigens darauf trainierten Brieftauben geflogen wurden und im Flug mit einer Art Selbstauslöser Fotos machten.

 

Die Brieftauben des Dr. Neubronner nahmen demnach die ersten Luftbilder auf.

 

Faszinierend wie diese unperfekten Bilder, oft unscharf und das Motiv aufgrund des Selbstauslösers immer Zufallsprodukt, am Ende doch auch uns, die Betrachter aus dem 21. Jahrhundert in ihren Bann ziehen.

 

Die Entwicklung des Flugzeugs überholte Neubronner letztlich, so dass nicht die Brieftaubenfotografen, sondern Fotografen an Bord von Flugzeugen bei Aufklärungsflügen im 1. Weltkrieg eingesetzt wurden.

 

Brieftauben wurden aber weiterhin zur Übermittlung von Nachrichten über die Front hin weg gestartet - häufig dann, wenn alle anderen Kommunikationswege abgeschnitten waren.



Auch die Brieftauben-Geschichte der DDR konnte mit vielen Ausstellungsstücken nachgezeichnet werden, so wurden den Besuchern verschiedene Medaillen, Ringe und die komplette Fachzeitschrift „Die Sporttaube“ präsentiert.

 

Auch die eigens für die DBA Asia zusammen gestellte Kollektion an Exponaten, die Ende 2018 in Xian und Nanjing dem chinesischen Fachpublikum gezeigt worden waren, nahm Raum auf der Deutschen Brieftaubenausstellung ein und konnte in Dortmund ausgestellt werden.

 

Dabei hatten sich die Brieftauben-Historiker bei der Zusammenstellung der Exponate für China viele Gedanken gemacht, auch um dem stark unterschiedlichen kulturellen Hintergrund Rechnung zu tragen. Plakativ und selbsterklärend sollten die Dinge sein, um die (tatsächlich vorhandene) Sprachbarriere von vornherein zu umgehen.

 

Wenn man von der Anzahl und dem Interesse der Besucher vor den Vitrinen Rückschlüsse ziehen kann, ist dieser Plan sowohl in China als auch in Dortmund aufgegangen.

 

Sollten Sie sich weitergehend für die Geschichte des Brieftaubenwesens in Deutschland interessieren, empfiehlt sich ein Besuch auf der Homepage des Historienclubs unter www.brieftauben-historiker.de - also genau hier!

 

Sie sind herzlich eingeladen dieses virtuelle Geschichtsbuch durchzublättern!

 

Lesen Sie z.B. Interessantes über die ersten Reisepläne oder die ältesten Brieftaubenzuchtvereine, zur Gründungsgeschichte des Verbandes vor 135 Jahren oder die Spezialgebiete der alten Hasen und der jüngst dazu gewonnenen Mitglieder im Historienclub: Andreas Hamann, Barbara und Guido Weinrich und Jörg Passmann.

 

(veröffentlicht auch in Folge 7/2109 der Zeitschrift "Die Brieftaube")


Die Brieftauben-Historiker unterwegs - zu Gast bei den Nationalen Duivensportsdagen in den Niederlanden und auf der DBAasia in China

Auch nach 10 Jahren Arbeitskreis Historie ergeben sich Herausforderungen, mit denen Monate vorher nicht zu rechnen war. Bis zur Einladung zur DBAasia im Jahr 2017 waren die Brieftauben-Historiker mit Ausstellungen oder der Ausleihe von Exponaten nur in Deutschland unterwegs.

 

In 2018 gab es neben der Anfrage zwei Messen in China zu besuchen auch die des niederländischen Verbandes für die "nationalen Duivensportsdagen" Anfang Dezember in Nieuwegein (nahe Utrecht). Die besondere Herausforderung: die Veranstaltungen in den Niederlanden und China fanden auf zwei Kontinenten und noch dazu zeitgleich statt. Dies erforderte eine sorgfältige Vorbereitung und Planung seitens der Brieftauben-Historiker.

 

Für die "nationalen Duivensportsdagen" des niederländischen Brieftaubenverbandes wurde eine Kollektion aus den unterschiedlichen Themenbereichen zusammen gestellt, ein Überblick über die gesamte Geschichte des Brieftaubenwesens .

Die Highlights der Sammlungen der Teamwurden dem holländischen Fachpublikum präsentiert. Dabei lag natürlich auch ein Schwerpunkt auf Exponaten zur niederländischen Geschichte.

 

Auf den niederländischen Verbandstage war dies die erste historische Ausstellung zum Thema Brieftaubenwesen überhaupt und diese kann als Erfolg verbucht werden. Das Interesse der Besucher war zweifelsfrei groß.



Auf Einladung des Veranstalters der beiden Messen DBAasia 2018 in Xian und Nanjing entsendeten die Brieftauben-Historiker auch in diesem Jahr Exponate nach China. Die Messe in Xian wurde erstmals ausgerichtet, für den Standort Nanjing handelte es sich nach der Premiere in 2017 um eine Neuauflage.

 

Das Brieftaubenwesen ist in China im Wachstum. Der chinesische Verband hat aktuell rund 400.000 Mitglieder.

Die Menschen in China sprechen in der Regel weder Deutsch noch Englisch, so dass die ausgestellten Exponate nach Möglichkeit selbsterklärend sein sollten.

 

Dazu haben sich die Brieftauben-Historiker im Vorfeld viele Gedanken gemacht und konnten vor diesem Hintergrund eine schöne Auswahl historischer Dinge zusammen stellen. Auch in 2018 wurden den Messebesuchern Exponate zum Thema "Geschichte des Brieftaubenwesens in Deutschland" gezeigt - natürlich waren es andere Dinge als im Vorjahr. 

 

Den Ausstellungen in Holland und China ist gemeinsam, dass beide zur Verständigung über Ländergrenzen hinweg beitragen können und die Überwindung von teilweise erheblichen Sprachbarrieren vor dem Hintergrund eines gemeinsamen Hobbys möglich wurde.

 

Den Brieftauben-Historikern ist es einmal mehr gelungen die lange Tradition des Brieftaubenwesens in Deutschland, aber auch die Faszination und Liebe der Züchter für ihre Brieftauben abzubilden.



Hinweis auf die Ausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl" des LWL-Museum für Naturkunde in Münster

Vom 29.06.2018 - 27.10.2019 zeigt das LWL-Museum für Naturkunde in Münster die Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl".

 

Die Ausstellung wurde am 29.06.2018 eröffnet und zeigt in 13 Themenbereichen die Leistungsfähigkeit und die Vielfalt des Gehirns, denn ohne diese zentrale Schaltstelle funktioniert bei den meisten Lebewesen nichts. Im Gehirn werden Reize verarbeitet, die Persönlichkeit form sich, Gefühle entstehen und auch Pläne geschmiedet. Der Fokus der Ausstellung richtet sich neben dem menschlichen Gehirn insbesondere auch auf die künstliche Intelligenz und die Welt der Tiere.

 

Auf 1.200 Quadratmetern erfahren die Museumsgäste Fakten zu Themen wie Sinneswahrnehmung, Ich-Bewusstsein oder Verhaltenssteuerung. Anatomie und Evolution des menschlichen Gehirns werden facettenreich und für alle Altersgruppen geeignet erklärt und ein Bogen zur Tierwelt geschlagen.

So sind allein über 80 echte Gehirne zu sehen, unter ihnen als einer der Höhepunkte der Ausstellung zwei Schnittpräparate von Albert Einsteins Gehirn, die extra aus Philadelphia eingeflogen wurden.

 

Zu den 770 Ausstellungsstücken haben auch die Brieftauben-Historiker des AK Historie durch Willi Hertel einige Exponate beigesteuert.

 

Bereits Monate vor Ausstellungsbeginn hatten die Macherinnen der Ausstellung bei Willi Hertel angefragt, inwieweit ein Beitrag zum Themenfeld Brieftaube möglich sei und ob einige Exponate für die gut einjährige Ausstellungsdauer ausgeliehen werden können.



Die Exponate zur Brieftaube gehören zum Themenfeld der Intelligenz von Tieren, der ein ganzer Ausstellungsabschnitt gewidmet ist.

In der „Galerie der Gehirn“ sind eine Vielzahl von Tiergehirnen zu sehen, die teils aus eigenen Beständen des Münsteraner Museums stammen und teils aus der „Edinger-Tiergehirnsammlung“ ausgeliehen werden konnten.

„Das Gehirn – Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl“ spannt gelungen einen Bogen von Mensch und Tier zu künstlicher Intelligenz und bezieht die Besucher an vielen Stellen medial und analog an Mitmach-Station aktiv mit ein.

Ein Besuch wird dringend empfohlen, gerade auch weil die Ausstellung noch bis zum 27.10. des nächsten Jahres läuft und so ein Ausflug nach Münster außerhalb der Brieftauben-Saison möglich ist.


Hinweis auf die Ausstellung: "Die Brieftaube als Fotograf - Geflügelte Pioniere der Luftbild-Fotografie"

Das Deutsche Technikmuseum in Berlin zeigt vom 14.03. - 24.06.18 die Sonderausstellung "Die Brieftaube als Fotograf - Geflügelte Pioniere der Luftbild-Fotografie".

 

Erzählt wird die Geschichte der Brieftauben-Fotografie zu Beginn des 20. Jahrhunderts anhand zahlreicher Schwarz-Weiss-Aufnahmen aus der Vogel-Perspektive. Sie gilt als wichtiges Vorbild für die heutige Luftbildfotografie.

 

Der Apotheker Julius Neubrunner (1852 - 1932) aus Kronberg in Hessen setze seine Brieftauben zum Transport von Rezepten und Medizin ein und kam dann auf die Idee einer Taube eine selbstauslösende Miniatur-Kamera mitzugeben, um die genaue Flugstrecke zu dokumentieren. Je nach Typ nahm die Kamera dann währendes des Fluges ein einziges Foto oder in regelmäßigen Abständen bis zu 12 Bilder in einer Reihe auf.


 

 

Brieftaube mit Kamera (undatiert)


Diese Brieftaube von Julius Neubronner trägt einen Doppel-Apparat von vier Zentimetern Brennweite. Während des Fluges nahm diese Kamera frontale und senkrecht nach unten gerichtete Fotos auf.


© SDTB / Historisches Archiv, Nachlass Julius Neubronner


Im Dezember 1908 nahm das Kaiserliche Patentamt Neubronners Patent „Verfahren und Vorrichtung zum Photographieren von Geländeabschnitten aus der Vogelperspektive“ an.

 

Neubronners Erfindung kam auf verschiedenen Gebieten zum Einsatz, vor allem im Bereich der kriegsrelevanten Aufklärungsfotografie, so dass sich auch das Preußische Kriegsministerium für die Erfindung interessierte.

Aufklärungsflugzeuge erwiesen sich im 1. Weltkrieg jedoch als wesentlich effektiver und so endete noch vor Kriegsende 1918 die zwischenzeitlich sehr intensive Zusammenarbeit Neubronners mit dem Militär.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zur Ausstellung "Die Brieftaube als Fotograf - Geflügelte Pioniere der Luftbild-Fotografie" im Deutschen Technikmuseum Berlin.


Fotos: © SDTB / Historisches Archiv, Nachlass Julius Neubronner


DBA 2018 - Deutsche Brieftaubenausstellung in Dortmund vom 06. - 07.01.2018

Der AK Historie zeigte auf der Deutschen Brieftaubenausstellung am "Historienstand" eine historische Ausstellung mit verschiedenen, bisher nicht ausgestellten Exponaten und auch eine Sonderschau von Urkunden aus alten Zeiten. Die Ausstellung der teilweise über 100 Jahre alten Exponate weckte das Interesse von groß und klein.

 

So war auch im Jahr 2018 wieder zu beobachten, wie die älteren den jungen Sportfreunden am Beispiel ausgestellter Taubenuhren das Einsatzgeschäft von "anno dazumal" erklären konnten. Schön, dass die teils altertümlich wirkenden Dinge die Generationen ins Gespräch bringen ....



Die Brieftauben-Historiker in China

Auf Einladung des Veranstalters der DBA Asia zeigte der AK Historie während der Messetage vom 01.- 03. Dezember 2017 in Nanjing/ China eine historische Ausstellung rund um das Thema "Brieftauben in Deutschland".

Die chinesischen Besucher zeigten großes Interesse an unseren Exponaten, können sie doch auf eine vergleichbar lange Tradition nicht zurück blicken.



Team Historie beim Flug RUHR.2017

Das Team Historie startet in diesem Jahr erstmals mit 10 Tauben beim Flug RUHR.2017 des Prof. Dr. Kohaus Fördervereins, den Brieftaubenzüchter sind wir natürlich "nebenbei" auch noch und den guten Zweck unterstützen wir gerne.

Weitere Informationen und Ergebnisse sind hier einsehbar.


Ausstellungen und Preisrichter


Brieftaubenverband: Blick in die Ausstellung 1952
Brieftauben-Ausstellung 1952

Die neue Rubrik "Ausstellungen und Preisrichter" ist online gegangen - pünktlich zum hundertjährigen Jubiläum der Preisrichter-Vereinigung des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter e.V.!


Von Brieftauben und Fallschirmen



Das LWL-Industriemuseum "Zeche Hannover" in Bochum zeigt im Rahmen der Ausstellungsreihe "Mensch und Tier im Revier - Beziehungen von Menschen und Tieren im Wandel" eine Sonderausstellung mit dem Titel "Boten, Helfer und Gefährten". Die Ausstellung hat am 26.6. ihre Pforten geöffnet und läuft bis 25.10.2020.

 

Die Ausstellung widmet sich dem Wandel des Verhältnisses von Menschen und Tieren seit der Industrialisierung.

Hier wird unter anderem der Einsatz von Fallschirmen und Brieftauben im Zweiten Weltkrieg thematisiert als Tiere ihren "Dienst" neben den Soldaten versahen, aber auch das Hobby Brieftauben wird anschaulich dargestellt.

 

Auch viele andere interessante Stücke zum Themenfeld Brieftauben bzw. Tauben allgemein sind zu sehen. Daneben beschäftigt sich die Ausstellung auch mit der sich verändernden Rolle von Pferden, Bienen und Schweinen im Leben der Menschen in Nordrhein-Westfalen.

 

Einen ausführlichen Bericht und weitere Fotos finden Sie unter "Aktuell".


100 Jahre Preisrichter-Vereinigung


Im Rahmen des Jahres der 100-jährigen Jubiläums der Preisrichtervereinigung werden seit Februar monatlich kurze Filme zu verschiedenen Facetten des Preisrichterwesens veröffentlicht.

 

Im bereits fünften Teil der Serie berichtet Brieftauben-Historiker Michael Mahr vom historischen Hintergrund und über die Anfänge von Ausstellungen und des Preisrichterwesens, aber auch über Tierschutzaspekte und den gesellschaftlichen Stellenwert von Ausstellungen.


Sahen Brieftauben früher schon genauso aus wie heute?


Oben zu sehen sind zwei Brieftauben - links ein typisches Foto einer Leistungstaube aus den 2020er Jahren, so wie wir Brieftauben heute kennen und rechts ein Foto eines Ölgemäldes einer Leistungstaube des Herrn Adolf Zurhelle aus der Zeit um 1880.

 

Man sieht einen deutlichen Unterschied in der Statur der beiden Brieftauben: in den frühen Jahren war der Körper deutlich länglicher, auch scheinen die Flügel langgezogener zu sein als wir es heute kennen.

 

Es ist also auf den ersten Blick zu erkennen, dass sich die Körperform und Optik von Brieftauben in den letzten 140 Jahren gewandel hat.

 

Noch deutlicher sehen Sie dies in noch früher datierten Abbildungen unter "Das Erscheinungsbild von Brieftauben im Wandel" und auch "Optik und Orientierungsfähigkeit der Brieftauben im Jahr 1875" von Dr. Karl Russ.


Von Laufburschen und Brieftauben


Wettflüge mit Brieftauben gibt es vermutlich so lange es Brieftaubenzüchter gibt.... Konstatieruhren wurden allerdings erst in den 1880er Jahren gebaut und konnten sich zu Beginn nur schwer verbreiten.

 

Wie wurden also Flugergebnisse ausgewertet?

Wie wurde die Ankunfts-Zeit der Brieftauben gemessen?

Und welche Rolle spielten sogenannten "Laufburschen" dabei - lesen Sie mehr unter Brieftaubenuhren!


Arbeitskreis Historie - Die Brieftauben-Historiker

Historisches über Brieftauben, Taubenzüchter und den Verband Deutscher Brieftaubenzüchter e.V.

Brieftaube, Geschichte Brieftaubenwesen, Historie Brieftauben, geschichtliches zu Brieftauben

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